Without Colors - by [black-wickelschen.myblog.de]

Rückblick auf Oktober:

Endlich, endlich habe ich sie hinter mir. Die Prüfung, die seit einem Monat wie das Damoklesschwert über mir gehangen hat. Eine kommissionelle Prüfung. Ich war gut vorbereitet und habe mich wacker geschlagen. Jetzt kann mich nichts mehr aufhalten, außer … außer ich selbst. – Akrasia. In anderen Worten meine Willensschwäche, Unbeherrschtheit, mein Handeln wider besseres Wissen.

„Schon oft beachte ich in langer Nacht,
was unser Menschenverstand so verdirbt,
und ich erkannte: nicht der Unverstand
ist Wurzel alles Übels – an der Einsicht fehlts
den meisten nicht, ganz anders liegt der Grund:
Was recht ist, sehen wir und wissen wir
und tun es doch nicht, seis aus Lässigkeit,
seis weil die Lust des schönen Augenblicks
das gute Werk verdrängt.“
 

Ein Text, der schon vor ca. 2400 Jahren gegenwärtig war, allerdings nichts von seiner Aktualität einbüßen musste. Heute nennen wir das Phänomen lässig den „inneren Schweinehund“ und verniedlichen damit im Grunde die Problematik.
Das Wort „Schweinehund“ entstammt eigentlich dem Wort „Sauhund“ und so ein „Sauhund“ war alles andere als faul, willensschwach oder unbeherrscht. Früher wurden diese Hunde zur Jagd auf Wildschweine eingesetzt. – Ja, auf Wildschweine! Sie zeigten dem Jäger wenn sie eine Spur gefunden hatten. Nunja, wenn ich mir so eine Situation mit einem Fasan vorstelle .. ok .. allerdings kann so ein Wildschwein ganz schön aggressiv und unberechenbar sein. Nicht umsonst kennen wir alle die Redewendung „Du bist eine wilde Sau!“ um der Ungestühmtheit eines Menschen Ausdruck zu verleihen.
Wie um Himmels Willen kommt man also dazu so einem mutigen und gewifften Wesen, dem Sauhund, mit einem Begriff zu verknüpfen, der eine negative Entsprechung hat?
Es ist nichts anderes als einer anderen Person das Menschsein abzusprechen, indem man ihm einen Tiernamen (Hund, Schwein, Schweinehund) gibt. Was uns allerdings wieder nicht erklärt wie es dazu kam, dass der Sauhund scheinbar der Grund allen Übels wurde, zumindest in unserem Sprachgebrauch. – Der innere Sau(Schweine)hund.
Aus der Sicht einer angehenden Psychologin gilt es den „inneren Schweinehund“ zu besiegen, auszutricksen und all jene konkurrierenden Handlungsbarrieren zu überwinden, die uns beim Ausführen eines bestimmten Verhaltens, einer Tätigkeit behindern oder uns vorgaukeln wir hätten noch genug Zeit bestimmte Dinge zu erledigen. Eng mit dieser Thematik verbunden ist natürlich die Motivationsforschung, oder anders formuliert die Verhaltensbereitschaft etwas zu tun. – Bewegung und Dynamik in unser Leben zu bringen im Gegensatz zur Stagnation.
Man glaubt auf den ersten Blick, beim ersten Nachdenken darüber gar nicht wie viele unterschiedliche Modellansätze es gibt, die dieses Thema versuchen zu (er)klären und doch ist es nur die logische Konsequenz daraus was Phädra in Euripides „Hippolytus“ (428 v. Chr.) beschreibt: „….weil die Lust des schönen Augenblicks das gute Werk verdrängt.“
 

Hm, nun ist mein Rückblick auf Oktober doch etwas nachdenklicher geworden als ich ihn ursprünglich erdacht hatte.

Lasst euch das Herz nicht schwer machen ….

Yann Tiersen & Neil Hannon - Les Jours Tristes : http://de.youtube.com/watch?v=SgbWwa-E1WA

 


Über die Jahre

August 2008
September 2008
Oktober 2008
Januar 2009
Mai 2009
Juli 2009
Oktober 2009


Über ...

... Mich

Nachrichten ...

... von Euch

Design

Designed by
Brush by

} Gratis bloggen bei
myblog.de